Blockchain Teil 2: Ist grenzenloses Vertrauen in Technologie der richtige Weg?

Kennen Sie den Autor Jared Diamond? Er hat in seinem Buch «Kollaps – Warum Gesellschaften überleben oder untergehen» fünf Faktoren (Umwelt, Klima, Feinde, Beziehungsverlust und Lösungswege) für den möglichen Untergang einer Gesellschaft bestimmt. Einer der genannten Faktoren ist der Umgang der Gesellschaft mit ihren Problemen (Lösungswege). Unter anderem wird die Technologiegläubigkeit erwähnt, das heisst das gesellschaftliche Probleme mit der Hilfe von noch zu entwickelnden Technologien lösbar seien. Aktuell vertrauen wir sehr stark auf neue Technologien als Problemlöser. So auch bei der Blockchain.

Vertrauen in Was?

Ein genannter Vorteil von Blockchain ist es, dass ich sogenannte Zwischenhändler wie Banken, Staaten oder Lizenznehmer umgehen und direkt Transaktionen in einem nachvollziehbaren System abwickeln kann. Ich vertraue also auf eine Technologie, welche ich wahrscheinlich nicht verstehe, um mit einer Person oder Organisation, die ich nicht kenne, Geschäfte zu tätigen. Auch ohne Blockchain Vertrauen wir Firmen, welche uns besser kennen als wir selbst und bereits jetzt schon wissen, wo wir diesen Sommer in die Ferien reisen wollen. Ich vertraue also auf eine Technologie oder Unternehmen, welche mich bewusst ausspioniert, um am Ende selbstverständlich nur das Beste für mich zu wollen. Führt der Weg meines Vertrauens über solche Technologien oder müsste es nicht einen anderen Weg geben?

Transparenz als Gegenmittel

Liegt die Antwort in einer umfassenden Transparenz und Regulierung? Wenn wir die Abwicklung unserer digitalen Welt in die Hände von macht- und gewinnorientierten Unternehmen mit Monopolstellung, wir reden hier von den Big Five (Alphabet, Amazon, Apple, Microsoft und Facebook) geben, wächst unser Vertrauen? Lösen diese Unternehmen mit ihren Technologien die gesellschaftlichen Probleme? Wenn die Antwort vielleicht «Nein» lautet, welche Institutionen sind in der Lage und wären legitimiert? Aus meiner Sicht können nur unabhängige, frei gewählte und auf offenen Ressourcen basierende Institutionen diese Vorgaben definieren und für deren Einhaltung sorgen.

Fazit zweiter Blickwinkel

Vertrauen ist ein Grundpfeiler für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Wir sollten wieder vermehrt Eigenverantwortung übernehmen, Transparenz einfordern und unsere Lebensqualität in den Vordergrund stellen. Erst dann machen Technologien wie Blockchain, welche uns die Fähigkeit geben; unabhängig, selbst entscheidend und nachvollziehbar miteinander zu handeln auch Sinn. Pflegen wir die fünf Faktoren, so dass unsere Gesellschaft und unsere Werte nicht untergehen.

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Christoph Brütsch

Christoph Brütsch

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